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 Reiseführer Bursa


Die Stadt Bursa im Südosten des Marmaragebietes liegt an den Ausläufern des Uludag (der Berg Olympos von Mysia, 2443 Meter hoch). Die Stadt leitet ihren Namen ab von Prussias, dem König Bithyniens. Sie kam zunächst unter römische, dann unter byzantinische Herrschaft, bis sie 1326 von Osman l. eingenommen und zur ersten Haupstadt des Osmanischen Reiches deklariert wurde. Ein Großteil bedeutender osmanischer Bauwerke steht heute noch.
Liebevoll "Grünes Bursa" gennannt, ist die Stadt reich an Gärten und Parkanlagen in einer fruchtbaren Ebene gelegen. Bedeutend ist der Obstanbau. Bursa genoß und genießt heute noch einen guten Ruf als Produktions- und Handelszentrum von Seide und Frottiertuch sowie als Thermalbäderzentrum. Unbedingt sollte man das "Iskender-Kebab", eine örtliche Spezialität, aus gebratenen Fleischstücken auf Fladenbrot, das mit Tomatensauce, geschmolzener Butter und Joghurt übergossen wird, kosten. Eine weitere örtliche Köstlichkeit sind kandierte Maronen. Eine Stadtrundfahrt sollte mit einem Besuch der Yesil Türbe (Grünes Grabmal) im Ostteil der Stadt beginnen. Sie steht in einem Garten, ist bekannt wegen ihrer Ausschmückung mit Kacheln von erlesener Schönheit und beherbergt das ebenfalls mit Kacheln geschmückte Grab von Sultan Mehmet l. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite vermittelt die Grüne Moschee aus dem Jahre 1424 das neuosmanische Gefühl von "Ästhetik" und erlaubt einen Vergleich mit dem seldschukischen. Der Gebäudekomplex beinhaltet auch eine Medresse, in der das ethnographische Museum untergebracht ist. Vielleicht sollte man, bevor man die Besichtigung fortsetzt, sich ein Glas Tee in einem der zahlreichen alten Teehäuser gönnen. Weiter bergauf kommt man in östlicher Richtung an der Emir Sultan Moschee in ihrer wunderschönen Lage vorbei, und nach einem Spaziergang im Alten Viertel gelangt man zu der Sultan Beyazid-Moschee aus dem Jahre 1391.
Dann sollte man seinen Gang fortsetzen bis zum Platz der Republik und die Atatürk-Avenue entlangschlendern, an der umgeben von Blumenbeeten und Springbrunnen Straßencafes zur Rast einladen. In einem länglichen Gebäude an der Rückseite des Koza Park, dem Koza Han aus dem Jahre 1490 wird der Handel mit Seidens abgewickelt. Als nächster Besichtigungspunkt folgt der Überdachte Basar mit seinen engen, winkligen Gassen, dann die Karawanserei und der Antiquitätenmarkt. Am anderen Ende des Koza-Parkes steht die Orhan Gazi Moschee aus dem Jahre 1413. Die in der Nähe gelegene Große Ulu Moschee wurde in seldschukischem Baustil errichtet. Eine schön geschnitzte Gebetsnische aus Walnußholz und eindrucksvolle Tafeln mit exquisiter Kalligraphie schmücken die Moschee. Der Brunnen für die rituelle Waschung befindet sich nicht wie sonst üblich außerhalb, sondern innerhalb der von zwanzig Kuppeln überdeckten Moschee.
Wandert man von der Ulu Moschee in westlicher Richtung weiter, kommt man in das alte, pittoreske Stadtviertel Hisar. In einem hochgelegenen Park, von dem aus man auf die Bursa-Ebene hinunterblickt, stehen die Grabmäler von Osman, dem Gründer des Osmanischen Reiches und seinem Sohn Orhan Gazi, der das Heer befehligte, das Bursa eroberte. Die Cafes in Tophane laden zu einer Erfrischung ein.
In der nahegelegenen Straße der Maler kann man die lokalen Künstler bei ihrer Arbeit unter freiem Himmel beobachten. Von den Teegärten im Yildiz-Park im Stadtviertel Muradiye hat man einen prächtigen Blick auf den Muradiye Komplex. In einer parkähnlichen beschaulichen Grünanlage gelegen ist er im selben Stil wie die Grüne Moschee im Jahre 1426 unter Sultan Murat II. erbaut und beinhaltet auch die Grabmäler des Bauherrn und seiner Söhne Cem und Kronprinz Mustafa. Das nahegelegene Osmanische Hausmuseum in einem restaurierten Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert gestattet einen interessanten Einblick in die Lebensweise wohlhabender Osmanen. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt der Kulturpark mit dem Archäologischen Museum von Bursa und das Atatürkmuseum auf dem Wege nach Cekirge.
Die im Westen gelegene Vorstadt Cekirge war schon in römischer Zeit für ihre mineralhaltigen Thermalquellen bekannt. Heute verfügen mehrere moderne Hotels über Thermalbäder, doch sollte man auch unbedingt die alten Badehäuser besichtigen. Das Yeni Hamam (das Neue Bad) wurde 1552 unter Rüstem Pascha, dem Großwesir von Sultan Suleiman dem Prächtigen erbaut. Das Eski Hamam (das Alte Bad) ist über den Byzantinischen Bädern errichtet worden. Das beste Thermalwasser wird dem Karamustafa Pascha - Heilbad zugeschrieben. Zu den sehenswerten Bauwerken in Cekirge gehören die Moschee und die Grabmäler von Murat I. sowie Suleiman Celebi, einem Dichter religiöser Werke. Das Karagöz-Denkmal erinnert an eine bekannte türkische Schattenspielfigur.
Uludag ist das bedeutendste Wintersportzentrum der Türkei mit einer breiten Palette an Aktivitäten, Beherbergunsbetrieben und Unterhaltung . Der Gipfel, 36 km von Bursa entfernt, ist mit Pkw oder Seilbahn problemlos zu erreichen. Zwar sind die Monate Dezember bis Mai der ideale Zeitraum zum Skifahren, doch ist das Gebiet, zum Nationalpark erklärt, jederzeit einen Besuch wert und besticht durch landschaftliche Schönheit und wunderbar frische Luft.
25 Kilometer von Bursa entfernt, liegt die Küstenstadt Mudanya, die sich wegen ihrer hervorragenden Fischrestaurants und Nachtclubs bei den Einwohnern von Bursa großer Beliebheit erfreut. Das Militärmuseum ist einen Besuch wert. Der Ort Zeytinbagi (Trilye), 12 km nah, zeigt auf beispielhafte Weise Anlage und Architektur einer türkischen Kleinstadt.
Der Golf von Gemlik, 29 km von Bursa entfernt, kann mit weitläufigen Sandstränden aufwarten, von denen Armutlu und Kumla besonders erwähnenswert sind.
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