Umgeben von dicht kultivierten Handelsgärtnereien liegt Mersin, die Hauptstadt der Provinz Icel, etwa in der Mitte der östlichen Mittelmeerküste. Mit ihren schattigen, palmengesäumten Boulevards, ihrem Stadtpark und seinen modernen Hotels gewährleistet die Stadt einen angenehmen Aufenthalt. Von hier aus kann man nahegelegene antike Stätten und zahlreiche Strände besuchen. Als eine sich sehr schnell entwickelnde Stadt mit dem größten Freihandelshafen der Türkei hat Mersin einen fahrplanmäßigen Fährdienst nach Famagusta (Gazimagosa) in der Türkischen Republik Nordzypern. Auf dem Fischmarkt wird preiswerter und stets frischer Fisch angeboten, den Sie auch in einem der zahlreichen Fischrestaurants genießen können. Andere lokale Spezialitäten sind z.B. "Cezire", eine um geschälte Walnüsse gewickelte feste Mohrrübenmasse und "Biberli Ekmek", eine Art Mini-Pizza bestrichen mit scharfer roter Pfeffersauce. Trotz des modernen Aussehens hat Mersin den Charakter einer sehr alten Stadt. 3 km westlich davon kamen bei Ausgrabungen am Yumuktepe-Tumulus Siedlungsspuren aus dem Neolithikum zutage. Von Mersin nach Silifke führt eine Straße parallel zur Küste laufend durch Tannenwälder und Orangenplantagen. Auf der einen Seite liegen unzählige Ruinen von Basiliken, Gräbern und alten Städten, auf der anderen liebenswerte kleine Buchten mit sandigen Stränden. Eine Reihe korinthischer Säulen bei Viransehir 13 km westlich von Mersin erinnern an die 700 v. Chr. von Bewohnern der Insel Rhodos gegründete Stadt Pompeiopolis. Kanlidivane heißt der Ort, an dem Grabmäler, die wie kleine Tempel aussehen, stehen sowie Sarkophage und Kirchen aus römischer beziehungsweise byzantinischer Zeit aus der Stadt Kanytelis, die am Abhang einer tiefen Schlucht liegt. Kizkalesi, das alte Korykos, ist ein beliebter Ferienort mit guten Beherbergung und einem schönen Badestrand. Der Burg von Korykos gegenüber steht das auf einem Inselchen etwa 200 m von Ufer entfernt. Einstmals waren beide Festungen durch einem Damm miteinander verbunden. Gleich neben Kizkalesi liegt an einer kleinen, von Fischrestaurants umgebenen Bucht des Fischerdörfchen Narlikuyu, wo ein wunderschönes Mosaik, die "Drei Grazien" darstellend, zu bewundern ist. Ein Stück Weges weiter befinden sich die tiefen Schluchten "Cennet-Cehennem" (Himmel und Hölle). In der Nähe liegt die große Tropfsteinhöhle Narlikuyu voller riesiger Stalaktiten und Stalagmiten, deren feuchte Luft zur Heilung von Atembeschwerden empfohlen wird. Etwas landeinwärts breitet sich Silifke, 90 km von Mersin entfernt, zu Füßen eines Hügels aus. Gekrönt von einer Zitadelle war dieser Hügel ursprünglich die Akropolis des antiken Seleukia. Eine römische Brücke in der Stadt überspannt den Fluß Göksu, den Calycadnos der Antike, in dem Kaiser Barbarossa ertrunken ist. Das ethnographische Museum ist in einem Gebäude aus der Jahrhundertwende untergebracht, in dem Atatürk einmal gewohnt hat. Das archäologische Museum liegt auf dem Weg nach Tasucu und ist voll mit Funden, die in der Umgebung geborgen wurden. In Demircili nördlich von Silifke auf dem Weg nach Uzuncaburq liegen gut erhaltene monumentale Gräber aus der frühen römischen Zeit. Die bergige Straße führt zu der prächtigen alten Stadt Diocaesarea, dem heutigen Uzuncaburc an einer 1200 m langen Nekropole mit großen Gräbern vorbei. Außerhalb der Stadt stehen die Ruinen des eindrucksvollen Zeus Olbiusund des Tyche-Tempels, eines Triumphbogens, eines Theaters, einer byzantinischen Kirche und eines Turmes, und vier Kilometer weiter folgen die Ruinen von Olba (Ura), ein römisches Theater, ein Aquädukt, ein Brunnen. Weiter die Küstenstraße entlang südlich von Silifke trifft man auf Meryemlik (Aya Tekla), eine römische Nekropole mit dem Grab und der Kirche der Heiligen Thekla, der ersten Märtyrerin der christlichen Lehre. Tasucu ist ein guter Urlaubsort mit sandigen Stränden und einem tiefen Hafen, von wo aus ein fahrplanmäßiger Seebus- und Fährdienst nach Girne,in der Türkischen Republik Nordzypern stattfindet. Etwa 44 km von Tasucu entfernt liegt das für seine Bootsanlegestelle und seinen Strand bekannte Ovacik. Die Halbinsel Ovacik (Cavaliere) ist eine der Perlen in der Krone der natürlichen Schönheiten der Türkei und ein ideales Gebiet zum Tauchen. Sollten Sie an diesem Sport interessiert sein, besuchen Sie bitte die Kösrelik-Bucht mit der gleichnamigen Insel. Aydincik westlich von Ovacik markiert die umgebenden Fahrtengewässer zur Sicherheit der Yachten, die an diesem atemberaubend schönen Küstenstreifen regelmäßig verkehren. Die Küstenstraße, die sich dann über einen mit Pinien und anderen Nadelbäumen bestandenen Berg schraubt, gewährt überwältigende Aussichten auf steile Felsenklippen, Buchten und die türkisfarbenen Gewässer des Mittelmeeres. 36 km westlich von Aydincik liegt das Bozyazi-Ferienzentrum mit sauberen, geräumigen Campingmöglichkeiten an ausgedehnten Stränden. Die sehr gut erhaltene Anamur-Festung behauptet zwischen zwei geschwungenen Sandstränden ihren Platz und gewährt einen großartigen Blick über den ganzen Küstenstreifen. Das Kastell wurde im Mittelalter von Kreuzrittern gebaut, später jedoch ein Sinnbild osmanischer Macht. Anamur ist einige Kilometer landeinwärts in den Bergen gelegen und von Bananenplantagen umgeben. Westlich davon liegen an einem sehr schönen Sandstrand die Ruinen des antiken Anamorium mit zwei Schutzwällen, einem Theater, einem Odeon, einem Bad und einer Nekropole. Östlich von Mersin in einer Ecke der fruchtbaren Cukurova-Ebene liegt Tarsus,die Geburtsstadt des Heiligen Paulus. Als eine sehr alte Stadt ist Tarsus des öfteren besetzt und zerstört worden, und heute sind nur noch wenige Baudenkmäler von besonderem Interesse, darunter das Tor der Kleopatra, durch das sie und Marcus Antonius gingen, als sie sich in Tarsus trafen; eine alte Kirche; die osmanische Ulu-Moschee. Das Gefühl längst vergangener Zeiten überkommt einen, wenn man durch die engen Gassen mit den alten Häusern geht, um den Brunnen des Heiligen Paulus zu finden. Kleine Flüßchen, Wasserfälle und schattige Bäume an den Tarsus-Fällen im Außenbezirk der Stadt sorgen für einen idyllischen Nachmittag. Der Karaburcak-Park ist voll vom Duft der Eukalyptusbäume. |
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