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 Reiseführer Izmir

Von den Türken liebevoll "Schönes Izmir" genannt, liegt die Stadt am Anfang eines breiten, mit Schiffen und Yachten belegten Golfes. Das Klima ist mild, und im Sommer wird die Hitze von einer regelmäßigen, erfrischenden Meeresbrise abgeschwächt. Hinter der von Palmen eskortierten Uferpromenade erstreckt sich die Stadt in Terrassen an den Abhängen der sie umgebenden Berge. Izmir ist die drittgrößte Stadt mit dem zweitgrößten Hafen der Türkei. Diese kosmopolitische und das ganze Jahr hindurch lebendige Stadt gewinnt während der internationalen Festspiele (Juni/Juli) und der internationalen Messe (August/September) an besonderer Intensität.

Die ursprüngliche Stadt, das heutige Bayrakli, gegründet im dritten Jahrtausend v. Chr., besaß damals gemeinsam mit Troja die höchste Kultur in Westanatolien. 1500 v.Chr. geriet sie unter den Einfluß des zentralanatolischen Hethiterreiches. Im ersten Jahrtausend v. Chr. war Izmir, das vormalige Smyrna, innerhalb des lonischen Städtebundes eine wichtige Stadt. Homer hat um diese Zeit in Izmir gelebt. Mit der Eroberung der Stadt durch die Lyder um 600 v.Chr. wurde diese Periode abgeschlossen. Unter den Lydern und auch unter den auf nachfolgenden Persern war Izmir ziemlich bedeutungslos. Im 4. Jh. v. Chr. wurde auf Anweisung Alexander des Großen am Fuße des Berges von Pagos (Kadifekale) eine neue Stadt gebaut. Unter den Römern ab 27 v.Chr. begann eine zweite Blütezeit für die Stadt. Vom vierten bis zum elften Jahrhundert, also bis zur Eroberung durch die Seldschuken, stand die Stadt unter byzantinischer Herrschaft und wurde im Jahre 1415 unter Sultan Mehmet Celebi Teil des Osmanischen Reiches.



Das Archäologische Museum in der Nähe des Konak-Platzes beherbergt eine ausgezeichnete Sammlung von Werken der Antike; die Statuen von Poseidon und Demeter, die hier zu sehen sind, befanden sich in der Antike auf der Agora. Im Nachbargebäude befindet sich das Ethnographische Museum mit volkskundlichen Exponaten, Bergama- und Gördes-Teppichen, traditionellen Trachten und Kamelzaumzeug. Auf der Atatürk Caddesi befindet sich in einem alten Izmirer Haus, in dem einst der Gründer der Türkischen Republik gewohnt hat, das Atatürk Museum mit Fotos und einigen persönlichen Gegenständen des großen Staatsmannes. Das Selcuk Yasar Kunstmuseum (Selcuk Yasar Müzesi) ist ein privates Museum auf dem Cumhuriyet Bulvari und beherbergt Zeugnisse der zeitgenössischen türkischen Kunst. Bei den in Bayrakli vorgenommen Ausgrabungen kamen ein Athene-Tempel und die Mauern der ionischen Stadt, die hier zwischen dem siebten und fünften Jahrhundert v. Chr. ihre Blütezeit erlebt hat, ans Tageslicht. Außerdem fand man Keramikwaren aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. Auf dem Berg Kadifekale (Pagos) sind die Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern zu sehen. Von der Burg aus, die während der Herrschaft Alexander des Großen von Lysimachos errichtet wurde, hat man einen herrlichen Blick auf die Bucht von Izmir.

Die Agora im Namazgah-Bezirk wurde ebenfalls unter Alexander dem Großen errichtet. Was heute davon noch zu sehen ist, datiert allerdings aus der Ära des Marcus Aurelius, unter dem der bei dem katastrophalen Erdbeben im Jahre 178 n. Chr. zerstörte Platz wieder aufgebaut wurde. Die Aquädukte von Sirinyer und Yesildere über dem Fluß Meles, zwei Zeugnisse altrömischer Ingenieurskunst, haben auch während der byzantinischen und noch unter der osmanischen Herrschaft die Stadt mit Wasser versorgt. Kizlaragasi Han, eine osmanische Herberge aus dem 18. Jahrhundert ist ein schönes Beispiel für die Architektur dieser Periode und wurde originalgetreu restauriert.

Das Wahrzeichen von Izmir, der Saat Kulesi (Uhrturm) steht auf dem Konak-Platz im Zentrum der Stadt. Dieser Turm, der im Jahre antiken Theater in Ephesos, stattfinden, steigern die kulturelle Bedeutung der Stadt von Jahr zu Jahr. In den verwinkelten Gassen des Kemeralti Marktes (Nähe Konak-Platz ) kann man faszinierende antike Stücke, Juwelen, ein reichhaltiges Sortiment Bekleidungsartikel sowie getrocknete Feigen, eine berühmte Spezialität von Izmir, finden. In den Fischrestaurants dieser bunten Gegend werden "tranca" und "cipura", lokale Fischspezialitäten, serviert. Die besten und elegantesten Geschäfte liegen am "Kordon" (Uferpromenade), in Karsiyaka oder auf der Cumhuriyet Caddesi, wo man noch in einer Pferdedroschke eine Spazierfahrt unternehmen und die frühen Abendstunden in der lebhaften Atmosphäre der Geschäfte und Kaffees am Pasaport-Kai verbringen kann. Auf dem Weg nach Cesme liegt Balcova, eines der größten Thermalbäder der Türkei mit ausgezeichneten Unterbringungsmöglichkeiten (sehr empfehlenswert).

Camalti, 15 km im Westen von Karsiyaka, ein Sumpfgebiet, steht als ein wichtiges Vogelrefugium unter Naturschutz, wo Vogelliebhaber viele Vogelarten, darunter Flamingos und Pelikane, beobachten können. Yamanlar Camligi, ein Pinienwald in der Nähe des schönen Karagöl-Sees 40 km im Nordosten von Karsiyaka, ist ein beliebter Ausflugsort mit mehreren Restaurants und einem Schwimmbad. An einer Felswand in Kemalpasa 20 km von Izmir entfernt am Karabel-Paß kann ein hethitisches Relief bewundert werden. Belkahve auf dem höchsten Punkt von Izmir ermöglicht bei einem Tässchen Mokka einen herrlichen Rundblick auf die Bucht von Izmir. An diesem von Atatürk sehr geliebten Ort steht heute die größte Statue, die je zu seinen Ehren errichtet worden ist. Die Sieben Kirchen aus den Offenbarungen des Heiligen Johannes, einst jede eine Gemeinschaft für sich, sind in der Türkei in Izmir (Smyrna), Efes (Ephesos), Eskihisar (Laodicea), Alasehir (Philadelphia), Sart (Sardes), Akhisar (Thyatira) und Bergama (Pergamon) lokalisiert. Einige sind noch gut erhalten. Im Verlauf von ein- oder mehrtägigen Touren, die regelmäßig arrangiert werden, kann man einige oder alle Kirchen besichtigen.

Die Halbinsel von Cesme liegt im Westen von Izmir. Der Name bedeutet "Brunnen" und kommt von den vielen Quellen in der Umgebung Von einem herrlich blauen Wasser umgeben, ist Cesme mit seinen gepflegten Anis-, Sesam- und Artischockenfeldern sowie Feigen- und Gummibaumplantagen eine der schönsten Gegenden der Türkei. In den sauberen Buchten kann man ungestört schwimmen. Der Reisende findet hier ausgezeichnete Ferienunterkünfte, Restaurants und zahlreiche Sport- und Vergnügungsmöglichkeiten.
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